la cappella

Chor3  Der Chor „la cappella" des Liederkranz 1903 Zellhausen wird 1984 als gemischter Jugendchor von Holger Wolf und einigen begeisterten Mitstreiter/ -innen erneut etabliert. Die Pioniere betreten damals neue Wege im bis dahin traditionell vom Männerchorgesang geprägten Gesangverein. In kurzer Zeit gelingt es Holger Wolf den Jugendchor zu einer ausgewogenen und erfolgreichen Gesangsgruppe zu formen, die – dem Beispiel der beiden Männerchöre folgend – in die Sängerwelt auszieht, um sich mit anderen Chören auf Wettstreiten zu messen. Daneben veranstaltet man eigene Konzerte, reist durch Europa (Belgien, Österreich, Italien, Israel, Ungarn), leistet seine Beiträge bei festlichen Veranstaltungen des „Liederkranz” und wirkt alljährlich bei der „Närrischen Singstunde“ mit.


Nach 10jähriger fruchtbarer Aufbauarbeit übergibt Holger Wolf 1994 die Leitung an Ralf Emge aus Hörstein/Alzenau. Dieser Wechsel ist als großer Gewinn für den Chor zu werten, der mittlerweile seiner Jugendlichkeit entwachsen ist und sich jetzt „Junger Chor“ des Liederkranz nennt. Aufbauend auf die solide Vorarbeit seines Vorgängers setzt Ralf Emge nun neue Akzente: Da er selbst professioneller Konzertsänger und Gesangspädagoge ist, liegt der Schwerpunkt seiner Chorarbeit vor allem auf der Stimmbildung der Sänger/ -innen und der stilgetreuen Interpretation der Chorwerke. Bei der Auswahl der Chorliteratur zeigt er mutiges Geschick und mit jedem neuen Genre, dem sich der Dirigent mit seinen willigen Choristen stellt, reifen Chorklang und Musikalität des „Jungen Chores“ weiter.


Heute singen in dem überregional bekannten Ensemble, das sich seit 2003 in „la cappella“ umbenannt hat, 32 junge und leistungsbereite Sängerinnen und Sänger. Der Chor beherrscht nun ein breitgefächertes Repertoire, welches von Kompositionen der Renaissance über die Romantik bis hin zu internationalen a-cappella-Werken reicht. Besonderen Gefallen findet man in der Erarbeitung zeitgenössischer Chorliteratur („Te Deum“ / Pärt; „Warning to the Rich“ / Jennefelt; „Dein alter Samba“ / Nagel). Darüber hinaus befasst sich der Chor nach wie vor mit der Aufführung oratorischer Werke der klassischen Musik, wobei die Projekte aus den eigenen Reihen (Oratorium „Paulus“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, „A-Dur-Messe” von J.-S. Bach) besondere Beachtung verdienen.


Der Besuch von Chorwettbewerben bildet nach wie vor einen wichtigen Bestandteil der Choraktivität. Bereits mehrfach gehörte „la cappella“ zu den Siegern und Preisträgern nationaler Chorwettbewerbe und Wertungssingen. Bei seiner ersten Teilnahme am Hessischen Chorwettbewerb 2001 im Sendesaal des Hessischen Rundfunks belegte der Chor den dritten Platz direkt hinter den Preisträgern der Vorjahre. Für die kommenden Jahre wird die Teilnahme an internationalen Wettbewerben ins Auge gefasst.


Das musikalische Schaffen des flexiblen Chores ist auf vielen Tonträgern veröffentlicht. Sowohl der Bayerische Rundfunk, der 1996 Teile des Repertoires aufzeichnete und das Deutschland Radio Berlin übertrugen musikalische Darbietungen des Chores. Besonders hervorzuheben ist die Einspielung der a-cappella-CD „Audite Nova“ (2000)- eine CD mit Chormusik aus fünf Jahrhunderten.


Der Liederkranz 1903 Zellhausen legt in seiner Vereinsarbeit besonderen Wert auf den interkulturellen Austausch mit Chören aus aller Welt. Im Jahr 2002 reiste der Junge Chor als diesmal einzige Chorgruppe des Liederkranz ein zweites Mal nach Mittelamerika, wo er in den bedeutenden Konzerthäusern Costa Ricas und Nicaraguas konzertierte.


Erfolgreicher Chorgesang ist nur möglich, wenn „die Stimmung stimmt“. In diesem Fall ist diese Aussage allerdings nicht musikwissenschaftlich zu verstehen: Neben all dem Gesang pflegt „la cappella” auch die „zwischenmenschliche Harmonie“. Für gemeinsame sportliche Aktivitäten reiste man in den letzten Jahren eine Woche zum Skifahren in die Alpen, zeltete am Ammersee und beweist „Stand"-Festigkeit beim Weihnachtsmarkt in Zellhausen. Dass man nicht nur stundenlang singen, sondern auch feiern kann, wird an der winterlichen Feuerzangenbowle, den sommerlichen Buschfeten, den alljährlichen Probewochenenden und selbstredend nach jeder Probe in den Gaststätten Zellhausens unter Beweis gestellt.