Gemeinschaftskonzert der Liederkranzchöre 2016

Gary stellt K vor_3517a_smGemeinsame Konzerte aller Chöre des Gesangvereins Liederkranz 1903Zellhausen haben eine lange Tradition. Am Samstag den 8. Oktober war es wieder soweit, die drei Chorgruppen des Vereins konzertierten im Bürgerhaus Zellhausen. Die Chorleiter Roman Zöller (Männer- und Frauenchor) und Ralf Emge (gemischter Chor LaCappella) hatten unter dem Titel „Von Bergen Wäldern und Meer“ ein Programm mit ausschließlich klavierbegleiteter Chormusik zusammengestellt.

Für die anspruchsvollen Klavierpartien konnte mit Christopher Miltenberger ein hervorragender und sehr vielseitiger Pianist engagiert werden, der seine Schwerpunkte sowohl in der klassischen Klavierliteratur als auch im Pop, Jazz und in der freien Improvisation hat. An diesem Abend beeindruckte er durch seine Virtuosität und Ausdrucksstärke, vergaß aber dabei nicht, immer aufmerksam und sensibel mit den Chören und Ihren Dirigenten gemeinsam zu musizieren.

Das Programm eröffnete der Männerchor mit der Kantate „Landerkennung“ von Edvard Grieg. Mit vollem Klang und guter Artikulation erzählten die Sänger die Geschichte von Olaf Trygvason, der übers Nordmeer in seine Heimat Norwegen zurückkehrt, die er kurz nach seiner Geburt verlassen musste. Als Solist aus den Reihen des Chores trat Christian Fröhlich in Erscheinung, der mit großer Ruhe und sehr ausdrucksvoll den Monolog des Olaf Trygvason sang.

La Capella_3509_smIn den nächtlichen Wald führte der gemischte Kammerchor LaCappella die Zuhörer mit den „4 Notturnos“ von Heinrich von Herzogenberg, einem Zeitgenossen und Freund von Johannes Brahms. Drei elegische Balladen werden kontrastiert durch einen humorvollen Wechselgesang zwischen werbenden Männer- und kokettierenden Frauenstimmen. Ralf Emge verstand es dabei, den Chor durch eine intensive Dynamik und die auch im Legato präzise Deklamation zu großem romantischen Ausdruck zu führen.

Zwischen diesen beiden ausdrucksstarken und Programmteilen von Männerchor und La Cappella setzte der Frauenchor mit den Liedern La Carita (Die Barmherzigkeit) und La Speranza (Die Hoffnung) von Gioachino Rossini einen feinen Kontrast. Die Lieder haben trotz ihres geistlichen Inhaltes einen opernhaften Charme und die Damen des Chores haben sich nicht gescheut, diese in italienischer Sprache vorzutragen. Claudia Wasch, seit vielen Jahren Sängerin im Frauenchor und bei La Cappella, übernahm den Solopart und traf dabei einen wunderbaren Ausdruck, der sowohl dem geistlichen Inhalt, als auch der opernhaften Musik Rossinis gerecht wurde.

Gesamtchor vor Konzert_3494_smIm zweiten Teil des Konzertes präsentierten die drei Chöre dann gemeinsam sechs Chorlieder des Engländers Edward Elgar. Nachdem sich in den letzten Monaten die Chorgruppen zunächst separat auf diesen Werk vorbereitet hatten, führte Roman Zöller in einigen gemeinsamen Proben die Sängerinnen und Sänger in den letzten zwei Wochen zusammen. Das Ergebnis war ein beeindruckender großer gemischter Chor, der sich vor und auf der Bühne des Bürgerhauses formierte. Mit den unter dem Titel „From the Bavarian Highlands“ veröffentlichten Liedern kamen nun also noch die Berge ins Programm und Moderator Gary Prott führte mit der äußerst charmanten Katharine Engelbrecht, einer britischen Sängerin des Frauenchores, ein unterhaltsames Gespräch, um das Publikum in das Werk einzuführen. Mehrere Sommerurlaube in Bayern inspirierten Elgar und seine Frau zu künstlerischer Tätigkeit. Alice Elgar schrieb die sechs Gedichte und Edward komponierte die Musik. Die Texte stammen unter anderem aus bayrischen Volksliedern. „Aber unglaublicherweise“, so Katherine Englebrecht, „weder im Text noch in der Musik ist ein Schimmer echter Bayrischer Volksmusik enthalten. Aber trotzdem: man hört, wie sehr die Beiden diesen Landstrich liebten.“

Dem Chor gelang es dabei sehr gut, die unterschiedlichen Stimmungen der Lieder, deren Titel mit „Der Tanz“, „Falsche Liebe“, Wiegenlied“, „Streben“, „Auf der Alm“ und „Die Schützen“ übersetzt werden können, zu transportieren. Roman Zöller führte durch sein engagiertes und präzises Dirigat die Sängerinnen und Sänger zu dieser sehr beachtlichen Leistung und Christopher Miltenberger beeindruckte hier, wie im kompletten Programm zuvor, durch sein herausragendes Klavierspiel.